Phoenix: Schwerelos und sonnenklar | 04.06. 15:40 | ProAktuell.de
06.02.2012 | 16:37 Uhr |
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Nicht gerade Versailles, aber trotzdem ganz hübsch: Phoenix in ihrer Kemenate.
04.06.2009 15:40
Phoenix: Schwerelos und sonnenklar

Hamburg - Kein französischer König vermochte sich prachtvoller und glänzender zu inszenieren als Ludwig XIV. - Versailles war die Spielwiese seines Sonnenstaates.

Aus Versailles kommen auch Phoenix, die im Schatten des gigantischen Königsschlosses ihre Karriere gestartet haben, die bisher ebenfalls strahlend und glänzend verlaufen ist. Mit «Wolfgang Amadeus Phoenix» - welch anspruchsvoller und herrlich anmaßender Titel - ist jetzt das vierte Studioalbum der Franzosen, den großen Ästheten unter den zeitgenössischen Pop-Musikern, erschienen. Auch sie beherrschen ganz fraglos die Kunst der Inszenierung und Stilisierung.

Kaum einer hat in der letzten Dekade so leichthändig und auf sorglose Art und Weise Indiepop mit dem Dancefloor versöhnt, bestens inszeniert, lässig und mit raffinierten Melodien nonchalent dargeboten. Dabei immer der Schönheit und den schönen Schein im Blick.

Für «Wolfgang Amadeus Phoenix» haben Phoenix diesmal Versailles verlassen, um sich an ausgesuchten Orten inspirieren zu lassen: Sie haben im Atelier des romantischen Malers Théodore Géricault («Das Floß der Medusa») gearbeitet, ein Hausboot auf der Seine gemietet, was bei einigen Bandmitgliedern allerdings zu Übelkeit geführt hat, und sich für einen Monat im New Yorker Bowery Hotel eingenistet.

Zehn neue Pop-Songs haben die vier Franzosen schließlich aus dem Ärmel gezaubert, die kaum geschliffener, gefälliger, berührender, eleganter, reifer, schwereloser, leichtfüßiger und perfekter sein könnten. Beschwingt geht es mit dem Opener «Lisztomania» los, sehr beschwingt bleibt es durchweg auch in Folge.

Auf dem Phoenix-Tanzboden geht es dabei zwar ausgelassen, aber dennoch gesittet zu. Da sind die Beats nicht zu aufdringlich, die Elektronika nicht zu wuchtig und der über allem schwebende glockenhelle Gesang von Thomas Mars strebt dem Licht zu und nicht der Finsternis. Und die bunten Bomben auf dem Cover scheinen auch eher aus Papier zu sein...

Kein Wunder, dass Phoenix ihre Alben zum Sommer hin veröffentlichen. Bei Rock am Ring (6.6.) und Rock im Park (7.6.) werden sie unter den Schreihälsen für die nötige Eleganz sorgen.

 http://www.wearephoenix.com