Drägerwerk rechnet mit Gewinneinbruch | 16.06. 10:33 | ProAktuell.de
07.09.2010 | 14:42 Uhr |
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Ein Notfall-Beatmungsgerät des Drägerwerks im Einsatz. Die Lübecker Drägerwerk AG muss sparen.
16.06.2009 10:33
Drägerwerk rechnet mit Gewinneinbruch

Lübeck - Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Anbieter Drägerwerk rechnet trotz eines aufgelegten Sparprogramms samt erwartetem Stellenabbau in diesem Jahr mit einem Gewinneinbruch.

Die Aktie des im TecDAX notierten Unternehmens geriet am Dienstag unter starken Druck und verlor im frühen Handel zeitweise mehr als 10 Prozent.

Das operative Ergebnis (EBIT) werde aufgrund der Wirtschaftskrise "deutlich" unter dem Vorjahr und auch den Analystenerwartungen von 97,5 Millionen Euro liegen, hatte das Unternehmen am Montagabend in Lübeck mitgeteilt. 2008 hatte Drägerwerk vor Einmaleffekten einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von 130,5 Millionen Euro erzielt.

Grund sei ein erwarteter Umsatzeinbruch von rund fünf Prozent sowie eine Verschiebung des Geschäfts hin zu ertragsschwächeren Produkten. Diese Effekte könnten nicht durch Kapazitätsanpassungen und ein eingeleitetes "Turnaround-Programm" kompensiert werden.

"Die Prognosen liegen deutlich unter den Erwartungen und stellen eine ganz klare Enttäuschung dar", sagte ein Analyst in seiner ersten Einschätzung am Morgen. Allerdings könnten die Aussagen nicht als Gewinnwarnung bezeichnet werden, weil es keine offiziellen Prognosen gegeben habe. Die Neuigkeiten dürften aber für einen weiteren Vertrauensverlust sorgen.

Händler sprachen hingegen von einer "Gewinnwarnung". Drägerwerk-Aktien hatten Börsianern zufolge zuletzt zwar einen positiven Trend gezeigt und waren auch technisch nach oben ausgebrochen - die jüngsten Aussagen dürften dieses Kaufsignal aber zerstören.

Für das geplante Sparprogramm hatte der Aufsichtsrat am Montag grünes Licht gegeben. Es umfasst 400 Einzelmaßnahmen und werde voraussichtlich auch Entlassungen mit sich bringen, hieß es seitens des Unternehmens. Der Vorstand werde kurzfristig mit den Arbeitnehmervertretern Verhandlungen aufnehmen und Vorschläge machen, "um durch einen Solidarpakt aller Mitarbeiter die Zahl der notwendigen Entlassungen so gering wie möglich zu halten", hieß es.

Insgesamt sollen 60 Prozent der Ergebnisverbesserungen durch Sachkostenprojekte erreicht werden, 30 Prozent durch Personalmaßnahmen und 10 Prozent durch Erlösoptimierung.

Mit Hilfe dieses Sparprogramms will Drägerwerk von 2011 an einen positiven Ergebniseffekt von 100 Millionen Euro erzielen. Trotz des erwarteten Gewinneinbruchs sollen jedoch die Investitionen in Forschung und Entwicklung auf dem gleichen Niveau wie 2008 gehalten werden. In der Medizintechnik sollen 13 neue Produkte in den Markt eingeführt werden, in der Sicherheitstechnik 16.