
Britische Wirtschaft stärker in Rezession
London - Die britische Wirtschaft steckt so tief in der Rezession wie seit 35 Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei deutlich stärker geschrumpft als aus ersten Schätzungen hervorgeht, teilte die Statistikbehörde am Dienstag in London mit.
Demnach ist das BIP im Vergleich zum Vorquartal um 2,4 Prozent gesunken. So schlecht ging es der Wirtschaft zuletzt 1974. Die Statistiker rechneten erst mit einem Rückgang von 1,9 Prozent. Die Wirtschaftsleistung wurde bereits zuvor mehrfach nach unten korrigiert. Im Jahresvergleich schrumpfte die Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres um 4,9 Prozent.
Unterdessen ist bei der britischen Bankengruppe Lloyds immer noch kein Ende der Krise in Sicht. Die teilverstaatlichte Bank streicht nach Angaben vom Dienstag weitere 2100 Stellen in den kommenden drei Jahren. Betroffen seien diesmal Mitarbeiter im Geschäftskundenbereich und der Verwaltung.
Die Bankengruppe gehört zu 43 Prozent dem Staat. Sie entstand nach einer Notfusion zwischen Lloyds TSB und HBOS im Januar. Seitdem sind 7000 Arbeitsplätze gestrichen worden. Die Gewerkschaft Unite kritisierte die erneuten Kürzungen und will untersuchen lassen, inwiefern der Gruppe ein «systematischer» Stellenabbau erlaubt werden könne. Die Lloyds-Gruppe hat insgesamt 135 000 Beschäftigte.

