Lesben-Serie «L Word» ins Nachtprogramm verbannt | 30.06. 11:43 | ProAktuell.de
08.02.2012 | 00:11 Uhr |
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30.06.2009 11:43
Lesben-Serie «L Word» ins Nachtprogramm verbannt

Hamburg - Mit viel Werbe-Getöse startete 2006 bei ProSieben die erste Staffel der Serie «The L Word». Sie floppte. Still und leise geht die Lesben-Serie nun in die zweite Runde.

Die Uhrzeit in der Nacht zum Donnerstag ist undankbar: Eine Folge läuft jeweils um 1.15 Uhr, eine zweite um 3.25 Uhr. Eine ProSieben-Sprecherin vergewisserte sich zunächst bei der Programmplanung, dass «The L Word» tatsächlich wieder aufgenommen ist, und teilte dann in einer schlanken E-Mail mit: «Aus unserer Sicht ist der neue Sendeplatz gut für die Serie und ihre Fans.»

Das sehen die Fans wohl anders. «Sie kommt mitten in der Nacht, Jahre zu spät und nur noch als Lückenbüßer, das ist unverschämt», meint Manuela Kay, Chefredakteurin des einzigen deutschlandweit verkauften Lesben-Magazins «L-Mag». Dass auch nur ein Fan drei Jahre ausgeharrt habe, um zu erfahren, wie es mit der Frauen-Clique um Bette Porter (Jennifer Beals) und deren Ex-Freundin Tina Kennard (Laurel Holloman) in Los Angeles weitergeht, hält Kay für wenig realistisch: «Inzwischen hat sich jeder die DVDs geholt.» Schließlich sei hier längst die fünfte Staffel der US-Serie auf DVD draußen.

2006 kam «The L Word - Wenn Frauen Frauen lieben» dienstags um 22.15 Uhr. Die Pilotfolge des «lesbischen Sex and The City» verfolgten damals noch 1,84 Millionen Zuschauer, dann fiel die Quote aber immer weiter. Kaum verwunderlich also, dass die zweite Staffel von ProSieben mehrfach verschoben wurde und nun zu nachtschlafender Zeit gebracht wird. Doch das lässt Kay nicht gelten. «Die Serie lief in Konkurrenz zur Fußball-WM, dagegen kann man keine Quote gewinnen», erklärt sie. Außerdem seien die Folgen ständig verschoben worden. «So konnte man kein Stammpublikum gewinnen. ProSieben hat "L Word" stiefmütterlich behandelt und eine große Chance verpasst, lesbisches Leben sichtbarer zu machen.»

In der zweiten Staffel wird es wieder reichlich Sex und Drama geben zwischen den schicken, wenig klischeehaften «Lipstick»-Lesben. Nachdem Tina eine Fehlgeburt hatte und von Bette betrogen wurde, ließ sie sich zu Beginn von Staffel zwei - ohne Bettes Wissen - erneut künstlich befruchten. Sie ist schwanger mit Baby Angelica. Wer sich bis zur sechsten und letzten Staffel durchgeguckt hat, die in den USA im März erfolgreich zu Ende ging, kann darüber nur müde lächeln: In der Zwischenzeit brach zwischen Bette und Tina ein Sorgerechtsstreit aus, Bette entführte Angelica, Tina entdeckte zunächst ihre Liebe zu Helena Peabody und dann zu einem geschiedenen Mann, Bette hatte auch zig Liebschaften, und schließlich kamen beide wieder zusammen. Die Tennisspielerin Dana starb an Brustkrebs, und Jenny wurde ermordet.