Dresdner Musikfestspiele eröffnet | 21.05. 11:24 | ProAktuell.de
06.02.2012 | 17:02 Uhr |
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Ritterliche Eröffnung der Dresdner Musikfestspiele. (Bild: Richard Frank)
21.05.2009 11:24
Dresdner Musikfestspiele eröffnet

Dresden - Ritterliche Verbeugung zum Auftakt der Spiele: Mit einem Konzert des New Yorker Ensembles The Knights (Die Ritter) haben am Mittwochabend die 32. Dresdner Musikfestspiele begonnen.

Die jungen Musiker aus New York und Solistin Dawn Upshaw lösten mit ihrer Spielfreude und einem stilistisch breitgefächerten Programm von Bach über Schubert und Beethoven bis hin zu Leonard Bernstein und Stephen Sondheim Begeisterung in der voll besetzten Frauenkirche aus. Immer wieder verbeugten sich die «Ritter» und Dirigent Eric Jacobsen vor dem Publikum und nahmen so die Huldigungen der Zuhörer entgegen.

Die ersten Festspiele in Regie von Jan Vogler tragen das Motto «Neue Welt». Bis 7. Juni geben deshalb Künstler und Werke aus Amerika den Ton an. Insgesamt sind 39 Aufführungen geplant. Das bekannteste ostdeutsche Klassik-Festival präsentiert sich in Starbesetzung. Vogler hat gleich mehrere Top-Orchester eingeladen, darunter das Concertgebouw Orchester und die Wiener Philharmoniker. Sänger Bobby McFerrin und sein Kollege René Pape, Ute Lemper, die Pianistinnen Gabriela Montero und Hélène Grimaud, die italienische Krimi-Autorin Donna Leon und namhafte Dresdner Ensembles wie die Staatskapelle und die Philharmonie - sie alle sollen dem Musenfest Glanz verleihen.

Der Auftakt mit The Knights war für Intendant Vogler zugleich Programm: Der 45-Jährige will die in die Jahre gekommenen Festspiele erneuern und international in die erste Liga führen. Dabei hat er auch die Jugend im Blick - vor und auf der Bühne. Tatsächlich verkörpern die «Ritter» aus New York eine neue Generation von Orchestermusikern. Sie spielen alles von Bach bis Jimi Hendrix und wirken dabei auf eine Art inspiriert, als gelte es die Sterne vom Himmel zu holen. Auch die alten Rituale sind Geschichte. Dirigent Jacobsen schüttelte nicht wie sonst üblich die Hände der Musiker an den Ersten Pulten - bei The Knights wird sich herzhaft umarmt.

Auch Dresdens Stadtoberhaupt Helma Orosz (CDU) beschwor den neuen Geist des Festivals. «Die diesjährigen Musikfestspiele sind getragen von einer Vision, die Jan Vogler hat. Er sieht Dresden als Ort der Versöhnung und die Musik als Mittel von Verständigung - zwischen einstigen politischen Gegnern, zwischen Nationen und Kulturen und zwischen sozialen Gegensätzen», sagte Orosz. Sie verwies auf den bevorstehenden Besuch von US-Präsident Barack Obama Anfang Juni. Er komme in eine Stadt, für deren Bürger Kunst und Musik Lebensmittel seien - und mitunter auch «Überlebensmittel» sein mussten, betonte Orosz und erinnerte an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg.

 http://www.musikfestspiele.com