Federer im Halbfinale - Aus für Serena Williams | 03.06. 19:30 | ProAktuell.de
08.02.2012 | 18:33 Uhr |
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03.06.2009 19:30
Federer im Halbfinale - Aus für Serena Williams

Paris - Mit der kühlen Eleganz eines Champions hat sich Roger Federer gegen das feurige Temperament von Publikumsliebling Gael Monfils durchgesetzt und das Halbfinale der French Open erreicht.

Nach dem überraschend klaren 7:6 (8:6), 6:2, 6:4-Erfolg gegen den französischen Showman im Viertelfinale trennen den 27 Jahre alten Schweizer noch zwei Siege auf dem roten Sand von Roland Garros vom Eintrag in die Tennis-Geschichtsbücher.

«Es ist doch schön, dass jetzt wieder über Rekorde gesprochen wird. In letzter Zeit wurde auch viel dummes Zeug geredet», sagte Federer sichtlich erleichtert. Die weiße Mütze auf dem linken Knie abgelegt, beantwortete er im Studio des französischen Fernsehens entspannt und gut gelaunt die ersten Fragen. «Ich war nervös, weil ich wusste, dass es gegen ihn schwer werden würde. Und jetzt hoffe ich natürlich, noch zwei weitere Matches hier zu gewinnen.»

Erst einmal trifft der Weltranglisten-Zweite in seinem 20. Grand-Slam-Halbfinale in Serie auf Juan Martin del Potro aus Argentinien. Potro besiegte den Spanier Tommy Robredo mit 6:3, 6:4, 6:2. Das zweite Semifinale bestreiten Rafael-Nadal-Bezwinger Robin Söderling aus Schweden und der Chilene Fernando Gonzalez.

«Die Stunde für Monfils» hatte die französische Zeitung «L´Equipe» in großen Lettern angekündigt - doch das faszinierendste Duell, das man sich nach dem Aus des viermaligen Champions Nadal vorstellen konnte, wurde schnell zur Stunde des Roger Federer. Wer nach dem knappen Fünf-Satz-Krimi gegen Thomas Haas an der mentalen Frische oder körperlichen Stärke des Schweizers gezweifelt hatte, durfte nun jeden Ballwechsel auf dem Court Philippe Chatrier genießen. Im Tiebreak des ersten Durchgangs wehrte Federer einen Satzball ab, ehe er nach 61 Minuten mit 1:0 in Führung ging.

Mit der vielzitierten Präzision eines Schweizer Uhrwerks schickte er den athletischen Franzosen in sämtliche Winkel des Platzes. Nach einer falschen Entscheidung ließ sich Federer zwar auf eine minutenlange Diskussion mit Stuhlschiedsrichter Mohamed Lajani ein, seine Konzentration litt aber nicht darunter. Nachdem der 13-malige Grand-Slam-Sieger den zweiten Durchgang in weniger als einer halben Stunde beendet hatte, nahm Monfils eine kurze Auszeit und ließ einen Arzt auf den Platz kommen. Das gleiche Bild bot sich den Zuschauern im dritten Satz bei 2:1-Führung. Immer wieder zeigte der 22-Jährige auf seinen Bauch. Er wirkte bei weitem nicht so beweglich und aggressiv wie bei seinem souveränen Sieg gegen Andy Roddick.

Nach 2:10 Stunden waren nach einer eleganten Rückhand die Linie entlang sämtliche Zweifel an Federers Form beseitigt. Zwei Mal noch auf der Anlage am Bois de Boulogne siegen, und Federers imposante Grand-Slam-Sammlung wäre endlich komplett. Mit dem 14. Triumph würde er mit Rekordhalter Pete Sampras gleichziehen und wäre das sechste Mitglied im exklusiven Zirkel jener Spieler, die alle vier Grand- Slam-Turniere mindestens einmal gewonnen haben. Bisher gelang dies nur Andre Agassi, Donald Budge, Roy Emerson, Rod Laver und Fred Perry. «Ich wünsche Federer jetzt den Sieg», sagte Monfils.

Auch bei den Damen wird nach dem Endspiel ein Name erstmals in den Siegerlisten stehen. Nach dem Aus von Titelverteidigerin Ana Ivanovic aus Serbien erwischte es auch die French-Open-Championesse von 2002, Serena Williams. Die zehnmalige Grand-Slam-Gewinnerin aus den USA verlor 6:7 (3:7), 7:5, 5:7 gegen die Russin Swetlana Kusnezowa. Die US-Open-Siegerin von 2004 trifft im Halbfinale auf Samantha Stosur aus Australien. Die 25-Jährige setzte sich gegen Sorana Cirstea aus Rumänien mit 6:1, 6:3 durch. Stosur steht zum ersten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier in der Runde der besten vier. Im zweiten Semifinale mit Überraschungsgast stehen die Weltranglisten-Erste Dinara Safina aus Russland und die Slowakin Dominika Cibulkova.