Zweifel an Michael Jacksons Vaterschaft | 30.06. 18:27 | ProAktuell.de
07.02.2012 | 22:38 Uhr |
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Michael Jackson mit seiner Mutter Katherine.
30.06.2009 18:27
Zweifel an Michael Jacksons Vaterschaft

Los Angeles - Die Spekulationen und Gerüchte nach dem Tod von Michael Jackson reißen nicht ab. Am Donnerstag kamen Zweifel auf, ob der Popstar wirklich der leibliche Vater seiner drei Kinder ist.

Der US-Internetdienst tmz.com berichtete, Jackson sei in keinem Fall der biologische Vater. Die drei Kinder Prince, Paris und Blanket, heute 12, 11 und 7 Jahre alt, seien in künstlicher Befruchtung außerhalb des Mutterleibs gezeugt worden. Der Samen habe nicht von Jackson gestammt. Ein Termin für die Beerdigung des Megastars war auch fünf Tage nach seinem überraschenden Herztod nicht in Sicht. Außerdem gab es unterschiedliche Angaben über «Jackos» letzten Willen.

Der Dienst tmz.com berief sich bei den Zweifeln an der Vaterschaft auf «zahlreiche Quellen», die angeblich genau in die Geburtsgeschichte eingeweiht waren. Namen nannte der Dienst nicht. Er gilt bei US-Medien gemeinhin als zuverlässige Quelle für Promi- Nachrichten. Vergangene Woche hatte er als erster über Tod der Pop- Ikone berichtet. Den Angaben zufolge soll auch die Mutter der beiden älteren Kinder, Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe, nicht die leibliche Mutter sein, sondern eine befruchtete fremde Eizelle ausgetragen haben.

Derzeit befinden sich die Kinder in der Obhut ihrer Großmutter. Katherine Jackson (79) hatte am Montag vorübergehend die Vormundschaft für die drei Enkel zugesprochen bekommen. Die nächste Gerichtsanhörung ist für den 6. Juli angesetzt. Rowe (50) erwägt nach Angaben ihres Anwalts, das Sorgerecht für die beiden Älteren zu beantragen.

Seine Mandantin wolle vor allem das Beste für die Kinder, sagte Rechtsanwalt Eric George der «Los Angeles Times». Rowe hatte bei der Trennung das Sorgerecht an Jackson abgetreten, die Entscheidung später aber nochmals angefochten. Die Mutter des dritten Kindes, eine Leihmutter, ist nicht bekannt.

Auch Rowe habe Prince und Paris zwar ausgetragen, jedoch seien nicht ihre Eizellen zur Befruchtung benutzt worden, schrieb tmz. Ob Jackson die Samen- und Eizellenspender ausgesucht hat oder gar kannte, sei unbekannt, berichtete der Dienst.

Der Sänger war am Donnerstag von seinem Privatarzt Conrad Murray bewusstlos in seiner Luxusvilla in Los Angeles aufgefunden worden. Laut tmz.com verging eine halbe Stunde, ehe der Herzspezialist den Notdienst rief. Murrays Anwalt Edward Chernoff sagte, der Mediziner habe die Adresse des Hauses nicht gewusst. Er habe erst später jemanden gefunden, der die Sanitäter verständigen konnte.

Unterdessen verdichteten sich die Hinweise auf Medikamentenmissbrauch als mögliche Todesursache. Das gerichtsmedizinische Institut in Los Angeles stellte nach Angaben seines Sprechers Craig Harvey bei einer weiteren Durchsuchung von Jacksons Villa zwei große Plastikbeutel mit Medikamenten sicher.

Unklarheit gibt es auch um den letzten Willen des Sängers. Nach Ansicht seiner Eltern Joe und Katherine hat Michael Jackson kein gültiges Testament hinterlassen. Das «Wall Street Journal» berichtete dagegen von einer Verfügung aus dem Jahr 2002, in der Jackson sein Vermögen zwischen seiner Mutter, seinen drei Kindern und sozialen Einrichtungen aufteilt. Der Vater und seine beiden ehemaligen Ehefrauen sind in dem Papier offenbar nicht bedacht.

Jackson hat Schätzungen zufolge zwar bis zu 500 Millionen Dollar Schulden hinterlassen. Vor allem seine lukrativen Musikrechte könnten das gigantische Minus aber bei weitem aufwiegen. «Bis jetzt ist weder der Familie noch uns ein Testament vorgelegt worden», erklärte der Rechtsanwalt der Eltern, Londell McMillan.

Jacksons Vater Joe sagte am Montag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Los Angeles, die Familie wolle für die Beerdigung zunächst das Ergebnis der zweiten Autopsie abwarten. Einen Zeitpunkt nannte er nicht. «Wir sind noch nicht fertig dafür», erklärte der 79 Jahre alte Familienpatriarch, der ein schwieriges Verhältnis zu seinem Sohn hatte. Gerüchte, der Star könne auf dem Gelände seiner Neverland Ranch bei Santa Barbara beigesetzt werden, wies Jackson senior zurück.

Der Veranstalter der für Juli geplanten Comeback-Konzerte in London veröffentlichte am Dienstag Fotos von Jackson, die zeigen, wie er im Staples Center in Los Angeles noch zwei Tage vor seinem Tod singt und tanzt. Auf den Fotos wirkt er fit, dynamisch und zufrieden. Der Konzertveranstalter AEG Live versprach, die Eintrittspreise für die Konzerte voll zu erstatten. Da Jackson «zu Lebzeiten seine Fans liebte, obliegt es uns, sie mit derselben Ehrfurcht und Achtung nach seinem Tod zu behandeln», sagte AEG-Live-Chef Randy Phillips.

Die Karteninhaber sollten am Mittwoch auf der Internetseite  http://www.michaeljacksonlive.com   weitere Informationen erhalten. Der Verlust durch den Einnahmeausfall mit Karten, Fanartikeln, Werbung und anderer Exklusivvermarktung wird auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt.

In Deutschland hat Michael Jacksons Musik kurz nach seinem Tod neue Rekorde erzielt. Die Marktforschungsfirma Media Control (Baden- Baden) beobachtete einen Ansturm auf Jacksons Platten und Songs, wie ihn das Unternehmen in 32 Jahren noch nie in so kurzer Zeit erlebt habe. Allein 100 000 Downloads wurden registriert, teilte Media Control am Dienstag mit und sprach von «erdrutschartigen Verkäufen». Das Album «Thriller» lag in den kurzfristigen Trend-Charts unter den Top 3; bei den Singles waren 22 Jacksons-Songs in den Top 150 gelistet.