
Hochwasserlage in Österreich wieder verschärft
Wien - Die Lage in einigen Hochwasser-Gebieten Österreichs hat sich wieder verschärft.
Schwere Gewitter mit heftigen Niederschlägen führten in Niederösterreich, dem Burgenland und der Oststeiermark erneut zu einem Anschwellen der Flüsse, da der vom Dauerregen gesättigte Boden kein Wasser mehr aufnehmen kann. Im südlichen Burgenland war die Stadt Güssing am Montag immer noch zum Teil überschwemmt. Dort waren die freiwilligen Helfer und die Feuerwehren bereits den fünften Tag hintereinander im Einsatz. Nach den starken Regenfällen in Tschechien führt die Elbe in Dresden Hochwasser. In den Hochwassergebieten im Süden Polens entspannte sich am Montag dagegen die Lage.
In der Oststeiermark verschärfte sich die Lage nach tagelangen Niederschlägen weiter. Im Bezirk Feldbach rechneten die Behörden in den kommenden Stunden und Tagen mit zahlreichen Erdrutschen. Im Raum Mariazell und Hieflau traten nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA Flüsse über die Ufer und überfluteten Straßen. Auch in Niederösterreich, wo am Wochenende ein junger Feuerwehrmann in den Fluten ertrank, gab es am Montag keine Entwarnung. Auch für Montagnachmittag und Dienstag sagten die Meteorologen wieder ergiebige Niederschläge voraus.
In Dresden wurde nach Überschreiten des Richtwerts von 3,50 Metern an der Elbe die Alarmstufe 1 ausgerufen. Am Vormittag wurden am Pegel Dresden 3,59 Meter gemessen, sagte die Sprecherin des Landesamtes für Umwelt und Geologie, Karin Bernhardt, am Montag. Normal sind zwei Meter. «Die Pegel steigen weiter leicht an, derzeit wird von 4,10 bis 4,30 Meter am Mittwoch und danach von gleichbleibender Tendenz ausgegangen.» Das Landeshochwasserzentrum gehe aber davon aus, dass Alarmstufe zwei an der sächsischen Elbe nicht erreicht wird. Diese wird bei fünf Metern aktiviert. Bei Alarmstufe 1 werden Pegel und Durchflüsse verstärkt beobachtet und alle Informationen zum Wetter und Hochwasser ständig analysiert.
Die seit Tagen andauernden Regenfälle in Polen hätten vorerst aufgehört, meldete die Polnische Presse-Agentur PAP. Einwohner der betroffenen Gebiete in Niederschlesien, Kleinpolen und Podkarpacie begannen mit Aufräumarbeiten. Sie werden von tausenden Feuerwehrleuten unterstützt. Die Regierung will für den Wiederaufbau der Infrastruktur 65 Millionen Zloty (14 Millionen Euro) zur Verfügung stellen. Allein in Niederschlesien wurden 41 Brücken zerstört.

