Rohwein bestätigt Trennung zum Saisonende | 02.03. 12:26 | ProAktuell.de
07.02.2012 | 23:06 Uhr |
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Skisprung-Trainer Peter Rohwein stellt seinen Job zum Saisonende zur Verfügung.
02.03.2008 12:26
Rohwein bestätigt Trennung zum Saisonende

Frankfurt/Main - Begleitet von einem verbalen Rundumschlag hat Peter Rohwein das erwartete Ende seiner Ära als Skisprung- Bundestrainer nach dem Saisonfinale bestätigt und den Weg für zügige Gespräche mit seinem potenziellen Nachfolger Andreas Bauer freigemacht.

«Wir trennen uns. Das steht fest. Im gegenseitigen Einvernehmen», sagte Rohwein in einem Interview mit Spiegel-Online und beseitigte damit die letzten Zweifel an seiner Ablösung nach dem Weltcup am 16. März in Planica. Bei den noch ausstehenden Springen wird er das deutsche Team auf jeden Fall betreuen: «Ich bin Profi genug und werde die Saison mit Anstand zu Ende bringen.»

Rohwein hatte den Posten am 8. Oktober 2004 von Wolfgang Steiert übernommen. In seiner Amtszeit feierten die deutschen Skispringer lediglich einen einzigen Weltcupsieg durch Michael Uhrmann im Januar 2007. Größter Erfolg war WM-Silber 2005 mit der Mannschaft. Nach dem Debakel bei der Skiflug-WM hatte die Führungsspitze des Deutschen Skiverbandes (DSV) eine tiefgreifende Zäsur angekündigt. Der mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag ausgestattete Rohwein soll aber weiter für den DSV tätig sein. «Man wird sehen, in welcher Funktion ich weiterarbeite. Einzelheiten sind noch nicht geklärt. Finalgespräche gab es noch nicht. Wir werden die Saison analysieren. Dann können wir die Mannschaften und die Trainerteams zusammenstellen», sagte Rohwein der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Als heißester Kandidat auf die Nachfolge wird Kombinations- Sprungtrainer Bauer gehandelt. «Andreas Bauer hat gute Chancen, Bundestrainer zu werden. Er bringt beste Voraussetzungen mit, weil er bei den Kombinierern bewiesen hat, dass er es kann. Ich meine, er ist prädestiniert dafür. Er hat auf jeden Fall neue, andere Ideen», sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann der «Bild am Sonntag».

Bauer, der seit knapp vier Jahren bei den deutschen Kombinierern arbeitet, erwartet zeitnahe Verhandlungen mit dem DSV. «Ich höre immer nur Gerüchte. Ich denke, in der nächsten Woche werden Gespräche folgen. Ich habe noch keinen Termin. Aber meine Athleten haben ein Recht darauf zu wissen, wohin die Reise geht, bevor sie in den Urlaub gehen», sagte Bauer am Samstag in einem ARD-Interview. Als Nachfolger werden auch Norwegens Chefcoach Mika Kojonkoski und der Schweizer Bernie Schödler gehandelt. «Ich habe mir das auch schon mal vorgestellt und sage nicht Nein. Ich weiß aber nicht, wie der DSV plant», erklärte Schödler.

Im Interview mit Spiegel online äußerte sich Rohwein enttäuscht über die mangelnde Zusammenarbeit im DSV. Dem Technischen Leiter Rudi Tusch warf er Vertrauensmissbrauch vor, den Stützpunkttrainern mangelnde Kooperation. «Ich bin maßlos enttäuscht. Leider wurden nicht alle Vorgaben, wie wir sie im Team besprochen haben, von allen Beteiligten umgesetzt. Da war ich im Nachhinein gesehen etwas zu vertrauensvoll. Ich weiß jetzt, dass viele Absprachen besser schriftlich fixiert werden sollten. Schenkst du Vertrauen, ist das bis zu einem bestimmten Punkt bloß naiv», sagte Rohwein.

Er zielte damit vor allem auf das von ihm häufig kritisierte Stützpunktsystem ab, das nach den Olympischen Winterspielen 2006 eingeführt worden war. «Drei Wochen lang habe ich dagegen gekämpft, versucht, die Verantwortlichen zu überreden, und mich dann doch mit ein paar Zugeständnissen zufriedenstellen lassen. Das war mein größter Fehler», erklärte der scheidende Coach.

Eine verbale Breitseite feuerte der 45-Jährige auch auf Martin Schmitt ab: «Ich habe immer Selbstständigkeit von meinen Sportlern gefordert. Martin wurde in seinen erfolgreichen Zeiten alles abgenommen. Seine einzige Aufgabe bestand darin, sich auf den Balken zu setzen und zu springen. Die Athleten werden zu kleinen Helden gemacht, dabei sind es ganz normale Menschen.»